ein Madrigal wie O dolcezze amarissime ist ein wahres konzentrat seines talents: er zeigt eine Meisterschaft in den affetti, indem er zwischen langgezogenen noten und accelerando wechselt oder Punktierungen einsetzt, um zum beispiel zurückhaltung zu beschreiben (che par suave). eine schöne idee, auch die Dissonanz für einen ruhepunkt einzusetzen, was selbst Monteverdi nicht abgelehnt hat. Dieser hat übrigens luzzaschi zu den Wegbereitern der seconda pratica gezählt. Das Concerto delle donne fand nachahmer an vielen anderen italienischen Höfen. Wir haben in unser konzert auch einige Werke dieser komponisten aufgenommen. giulio Caccini, der schon in Ferrara den sopranistinnen stimmbildungsunterricht erteilt hatte, baute in Florenz für die Medici eine ähnliche gruppe auf mit seinen töchtern Francesca und settimia und einer dritten sopranistin, Vittoria archilei. auch für die orsinis in rom und die gonzagas in Mantua entstand ein Frauentrio. Die dreistimmigen auszüge Le tre sirene und Le tre damicelle aus der oper La liberatione di Ruggiero dall’isola Alcina von Francesca Caccini sind ein echo aus dieser zeit. interessant ist auch das einzige Werk für drei soprane aus der Feder von Claudio Monteverdi, das 1651 posthum in der anthologie seines neunten buchs der Madrigale mit bisher unveröffentlichten Werken erschienen ist. in dieser sammlung heißt es, dass es sich um eine ländliche canzonetta handelt, die von drei nymphen gesungen wird. Die Verwandtschaft mit den Werken aus Ferrara ist offensichtlich angesichts der typischen passaggi auf den Worten spira et scherza. Doch integriert Monteverdi diese ausschmückungen im stil seiner zeit. Autor: Frédéric Degroote Deutsche Fassung: Christina und Hannsjörg Bergmann Tage alTer Musik regensburg konzert 14 La néréIDe camille allérat, Julie roset, ana Vieira Leite Sopran yoann moulin Cembalo Garance boizot Viola da gamba Ulrik Gaston Larsen Theorbe Ausführende CD: La Néréide – Luzzaschi Il Concerto Segreto LUzzasco LUzzaschI (1544/45–1607) non sa che sia dolore Francesca caccInI (1587–1640) la tre sirene aus: La liberazione di Ruggiero dall’isola d’alcina (1625) LUzzasco LUzzaschI Deh vieni hormai cor mio Cor mio, deh, non languire Ch’io non t’ami, cor mio t’amo mia vita o dolcezz’ amarissime d’amore stral pungente d’amore aura soave cLaUDIo monTeVerDI (1567–1643) Come dolce hoggi l’auretta SV 173, aus dem 9. Madrigalbuch (posthum veröffentlicht, 1651, Venedig) LUzzasco LUzzaschI troppo ben può LUca marenzIo(1553–1599) belle ne fe natura aus: La pellegrina (1589) LUzzasco LUzzaschI o primavera gioventù dell’anno Francesca caccInI le tre Damigelle aus: La liberazione di Ruggiero dall’isola d’alcina (1625) LUzzasco LUzzaschI io mi son giovinetto occhi del pianto mio Francesca caccInI Coro delle piante incantate aus: La liberazione di Ruggiero dall’isola d’alcina (1625) LUzzasco LUzzaschI (1544/45–1607) – „IL concerTo seGreTo” maDrIGaLI per canTare eT sonare a Uno, eT DoI, eT Tre sopranI (rom, 1601) ProgrAmm Wir danken der Meisterwerkstätte für historische tasteninstrumente Volker Platte, 42897 remscheid/lennep, für die freundliche bereitstellung des Cembalos. konzertdauer: ca. 70 Minuten (keine Pause) 117
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