Tage alTer Musik regensburg Juni 2025 temperament, indem er von atemberaubenden Violinsoli der beiden allegros zu einer ganz anderen stimmung in den largos übergeht. georg Philipp telemanns oboenkonzert hat tatsächlich keinen titel, doch der allererste akkord ist so dissonant und für die damalige zeit so einzigartig, dass es sehr wohl einen Platz in diesem Programm verdient. später können wir in den vier sätzen eine Dudelsackmelodie entdecken, einen polnischen Volkstanz und andere musikalische experimente, wie sie der komponist gerne ausprobierte. Das Werk, das seinen programmatischen titel am besten trifft, ist Le dolcezze e l’amerezze della notte (Die süßigkeit und die bitternis der nacht) von Johann Joseph Fux. Hier zeichnet jeder satz eine eigene szene nach, vom nachtwächter bis hin zu nächtlichen Phantasien einschließlich eines satzes, in dem ein Musiker das schnarchen wiedergeben muss. Wir wissen von Wolfgang amadeus Mozarts manchmal etwas derbem sinn für Humor aus seinen Werken und aus seinen briefen. Deshalb sollten wir nicht überrascht sein, dass er bereits im alter von zehn Jahren gerne Witze machte, als er sein Galimathias Musicum komponierte, das mit „Musikalischer blödsinn“ übersetzt werden könnte: eine reihe von unzusammenhängenden sätzen, von denen einige auf Volksliedern basieren und deren letzter eine Fuge über dem thema einer holländischen Hymne aufbaut. er schrieb dieses Werk überwiegend während eines aufenthalts der Familie Mozart in Holland und widmete es Prinz Wilhelm von oranien. Wie es scheint, waren Verrücktheit und vomgängigen abweichendes Verhalten auch in der barockzeit teil des alltäglichen lebens und für viele komponisten, die gerne gegen den rahmen von stil und musikalischen konventionen verstießen, inspiration und Herausforderung zugleich. Autor: Alfredo Bernardini Deutsche Fassung: Christina und Hannsjörg Bergmann CD: Zefiro – Grand Tour a Venezia Zefiro bei den TAM 2016 in der St.-Oswald-Kirche Foto: Hanno Meier rÜCk 2016 bliCk zeFIro alfredo bernardini Leitung alfredo bernardini, paolo Grazzi Oboe alberto Grazzi Fagott elisa citterio, brigitte Duftschmid, monika Toth, Ulrike Fischer Violine I rossella croce, ayako Watanabe, matilde Tosetti, Lorenzo molinetti Violine II Teresa ceccato, Lucas schurig-breuss Viola maria calvo, sara bennici Violoncello paolo zuccheri Violone Takashi Watanabe Cembalo elisa La marca Theorbe Ausführende 122
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