bIschÖFLIche zenTraLbIbLIoTheK Die 1972 auf dem areal des ehemaligen Damenstifts obermünster eröffnete bischöfliche zentralbibliothek ist die Diözesanbibliothek des bistums regensburg. optisch hervorstechend ist der aus vier stockwerken bestehende Magazinturm („bücherturm“) mit seiner im architekturstil des sogenannten „brutalismus“ erbauten sichtbetonfassade. Die bibliothek war dem gründungsgedanken nach dafür konzipiert, buchbestände kirchlicher institutionen des bistums zentral aufzunehmen und – ergänzt durch aktuelle literatur – der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. besonders wertvoll ist zum einen die übernommene bibliothek des ehemaligen regensburger schottenklosters st. Jakob („schottenbibliothek“) mit rund 25.000 bänden und zum anderen die berühmte Musiksammlung des kirchenmusikreformers Carl Proske (1794–1861). sie besteht aus notendrucken, Handschriften und theoretica des 16. bis 19. Jahrhunderts. angefügt sind der sammlung die musikalischen nachlässe unter anderem von Franz Xaver Haberl, Franz Xaver Witt und weiteren der Musik verbundenen Persönlichkeiten bis in die unmittelbare gegenwart. Der musikalische altbestand umfasst ca. 20.000 Handschriften und Drucke sowie mehr als 10.500 Musikerbriefe. imaufbau befinden sich die „Digitalen sammlungen“, in denen fortlaufend Digitalisate urheberrechtsfreier Materialien veröffentlicht werden: https://bistum-regensburg.de/kunst-kultur/dioezesanbibliothek/digitale-sammlungen Thon-DITTmer-paLaIs Das thon-Dittmer-Palais ist aus zwei früher hier bestehenden mittelalterlichen Patrizierhäusern hervorgegangen: Das eine an der ecke zur Weingasse stehende gebäude gehörte einst der mächtigen regensburger bürgerfamilie der auer. zur baumhackergasse hin schloss das sogenannte alkofersche Haus an. georg Friedrich von Dittmer erwarb 1781 zuerst das an der Weingasse liegende gebäude; erst nach 1800 konnte er auch das alkofersche Haus erwerben. kaiser Franz ii. erhob im Jahr 1800 georg Dittmer mit seinen beiden schwiegersöhnen in den reichsfreiherrenstand, wobei sich seine schwiegersöhne von Mantey-Dittmer bzw. von thon-Dittmer nannten. unter leitung des baumeisters emanuel d’Herigoyen entstand ab 1800 das klassizistische stadtpalais. 1814 trat von Mantey-Dittmer seinen geschäftsanteil an der Dittmerschen Firma an seinen schwager von thon-Dittmer ab, seit dieser zeit besteht die bezeichnung thon-Dittmer-Palais für das gebäude am regensburger Haidplatz. Das Palais ist ein Vier-Flügel-bau, der einen innenhof umschließt. ein spitzbogentor führt in den dreigeschossigen und mit renaissancearkaden ausgestatteten innenhof. Die laubengänge an der Westseite waren bereits um 1580 entstanden, die arkaden an der nordseite sind ein neubau von 1979/80. auf einer reich profilierten konsole befindet sich ein uhrenerker von 1380/90. unter dem uhrenerker ist eine lebensgroße, aus Holz geschnitzte Frauenfigur aus der zeit um 1650. im erdgeschoss des südflügels befindet sich die sigismundkapelle mit einer originalen spitzbogenpforte (um 1380). Eingang Bischöfliche Zentralbibliothek Foto: b. z. regensburg Tage alTer Musik regensburg Juni 2025 TAM 2024 – Gesprächskonzert mit La Petite Écurie im Innenhof Foto: Michael Vogl 158
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