Tage alTer Musik regensburg Konzert 5 sowohl für die Musik als auch für die Projekte des Ensembles. L’Escadron widmet sich insbesondere der Erforschung weniger bekannter Werke des 17. und 18. Jahrhunderts, mit einem Schwerpunkt auf italienischer Barockmusik. Die Gruppe hat bis heute vier von der Kritik hochgelobte Aufnahmen veröffentlicht: notturno (2016), Il Furibondo (2017), Il Tedesco (2021) und Miserere (2023). L’Escadron Volant de la Reine ist in wichtigen Musikzentren und Festivals aufgetreten, darunter waren Festival de Saintes, Bach en Combrailles, Festival de La Chaise-Dieu, AMuZ Antwerpen, Festival Baroque de Pontoise und Oude Muziek Festival utrecht. zum Programm: Alessandro Scarlatti – Miserere-Vertonungen – responsorien zur Karwoche – Concerti grossi Die beherrschende Figur der italienischen Musikszene des 17. und 18. Jahrhunderts, Alessandro Scarlatti (1660–1725), widmete sein Genie allen damaligen Musikgenres: der Oper, dem Oratorium, der Kammermusik, sakraler Musik, der Orchestermusik, Claviersonaten etc. Obwohl in diesem beeindruckenden Katalog die geistliche Musik weniger Platz einnimmt als die weltliche, hat sie ihn doch sein ganzes Leben lang begleitet, ohne dass er jemals längerfristig bei einer kirchlichen Institution angestellt gewesen war. Gebürtig aus Palermo, wirkte Scarlatti bis 1683 in Rom und arbeitete als Kapellmeister zunächst an San Giacomo degli Incurabili (1678–1682), dann von 1682 bis 1683 an San Girolamo della Carità. Im Sommer 1683 zog es ihn nach neapel, wo er nach dem Tod des Komponisten Pietro Andrea Ziani (1616–1684) dessen prestigeträchtige Stelle als Leiter der Königlichen Kapelle übernahm. Bei der Bewerbung zog er an dem Favoriten des Vizekönigs von neapel, dem neapolitaner Francesco Provenzale, vorbei. nachdem sich Scarlatti in neapel etabliert hatte, wurde er von vielen Kongregationen und kirchlichen Institutionen angefragt und komponierte für sie zahlreiche Werke zu den religiösen Festen der Stadt. In seiner Zeit in neapel schuf Scarlatti bis zu 40 Opern und Gelegenheitswerke, darunter auch die Serenata Clori, Dorino e Amore, die 1702 anlässlich des Besuchs des spanischen Königs Philipp V. entstand. nach dem erfolglosen Versuch, in Florenz in die Dienste des Großherzogs Ferdinand III. de’ Medici aufgenommen zu werden, kehrte er 1703 nach Rom zurück. Dort wurde er Vizekapellmeister an der Kirche Santa Maria in Vallicella, dann Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore. 1706 wurde er in die Accademia dell’Arcadia aufgenommen. Im Jahr 1708 entschied er sich, abermals nach neapel zu gehen. Dort erhielt er wieder seine alte Stelle als Leiter der Kapelle am Hof des Vizekönigs von neapel und verfasste nebenher liturgische und weltliche Auftragsarbeiten für seine römischen Mäzene, u.a. den Kardinal Ottoboni, den Prinzen Ruspoli und den Kardinal Acquaviva. Die geistlichen Werke Alessandro Scarlattis standen lange im Schatten seiner weltlichen, und erst vor kurzemweckten zahlreiche musikwissenschaftliche untersuchungen auch das Interesse der Interpreten. Viele dieser Werke wurden für die Fastenzeit, namentlich die Karwoche, geschrieben, einer Zeit der intensiven Frömmigkeit, besonders in neapel und Rom. Ein zentrales Werk für die Karwoche ist Psalm 50, das Miserere. Als vierter von sieben Bußpsalmen wurde es traditionell bei den Gottesdiensten während der Karwoche und bei den Karfreitagsprozessionen gesungen. Von Scarlatti existieren mehrere Vertonungen dieses Psalms. Das Miserere in e-Moll und Paco Garcia, Tenor Foto: Alexei Ovoshchnikov Anthea Pichanick, Alt Foto: Miss Buffet Froid Eugénie Lefebvre, Sopran Foto: Didier Knoff Maïlys de Villoutreys, Sopran Foto: Titouan Massé 33
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