Tage alTer Musik regensburg Konzert 12 Ensembles der Alten Musik in Frankreich zusammen, darunter Les Talens Lyriques, Marguerite Louise, Le Poème Harmonique, La Rêveuse, Les Cris de Paris, Les Surprises, Les Siècles, La Tempête und A nocte temporis. Zudem ist er Gründungsmitglied des Bläserensembles Sarbacanes sowie des Vokalensembles Cosmos. Clément Geoffroy begann seine Ausbildung in nantes bei Jocelyne Cuiller, bevor er an das CnSM in Paris wechselte, wo er bei Olivier Baumont und Blandine Rannou studierte. Prägend für ihn war auch der unterricht bei Bertrand Cuiller und Pierre Hantaï. Er ist Gründungsmitglied des Ensembles Escadron Volant de la Reine, das sich der Erforschung vergessener Musik italienischer Vokal- und Instrumentalmusik des 17./18. Jahrhunderts widmet. Darüber hinaus arbeitet er mit zahlreichen Ensembles zusammen, darunter Les Surprises, Les Cris de Paris, Ensemble Marguerite Louise, La Rêveuse, Opera Fuoco, Le Concert Spirituel, Pygmalion und Le Poème Harmonique. Sein erstes Soloalbum, das 2018 erschien und der Musik von JohannAdam Reincken gewidmet ist, wurde von Fachkollegen und Kritikern sehr gelobt. zum Programm: Johann Sebastian bach im Café zimmermann bach unter den Linden Leipzig im Sommer 1733. Der große Jahrmarkt ist auf seinem Höhepunkt und auf den Hauptstraßen und Plätzen dieser reichen Stadt wimmelt es von Händlern und Besuchern. Auch das Café Zimmermann ist stets gut besucht und Kaufleute, Studenten und Bürger diskutieren hier gern über Wirtschaft, Politik und die neuen Ideen zu Beginn des Zeitalters der Aufklärung. Selbstverständlich konsumiert man auch – Kaffee natürlich, der zu dieser Zeit ganz Europa begeisterte und für dessen Handel Leipzig ein wichtiges Zentrum war. Das Getränk übte große Faszination aus, wurde jedoch zugleich argwöhnisch betrachtet. Man schrieb ihm heilende Kräfte zu, während man es gleichzeitig für Zügellosigkeit und Krankheit verantwortlich machte. Seit 1723 spielte in der kalten Jahreszeit das Collegium Musicum, ein Orchester, das 1702 von Georg Philipp Telemann ins Leben gerufen worden war, sich überwiegend aus Studenten zusammensetzte und manchmal von renommierten Instrumentalisten und Sängern, die vorübergehend in der Stadt weilten, verstärkt wurde, im Café Zimmermann. Während des Sommers fanden amGrimma-Tor unter den Linden Freiluftkonzerte statt. Das neue daran war, dass nicht in der Kirche oder bei Hofe gespielt wurde, sondern regelmäßig am Freitagabend zwischen 17 und 19 uhr Konzerte für alle gegeben wurden, die einen Moment der Entspannung und Muße genießen wollten. Außerdem wurden während des Jahrmarkts weitere Termine eingeschoben. Zusätzlich zu seinen Verpflichtungen als Kantor der Thomaskirche übernahm Johann Sebastian Bach 1729 die Leitung des Collegium Musicum, und zwar mindestens bis 1739. Innerhalb dieser Zeit leitete er über 600 Konzerte. unglücklicherweise sind die Programme weitestgehend unbekannt, abgesehen von einigen Bekanntmachungen bei Festmusik oder anlässlich des Geburtstages einer Person aus dem Adel. Außer diesen wenigen Kantaten haben wir keine Aufzeichnungen über die Instrumentalmusik, die dort gespielt wurde. „Morgen, Mittwoch den 17. Juni [1733] wird das CollegiumMusicum unter Bach seine Konzerte im Garten des Café Zimmermann wieder aufnehmen […] es wird ein Cembalo-Konzert gespielt, wie man es hier noch nicht gehört hat: Musikliebhaber und Virtuosen mögen sich alle dazu einfinden.“ Man wird wohl nie in Erfahrung bringen, um was für ein außergewöhnliches Konzert es sich hier handelte. Denkbar ist aber, dass Bach selbst, einer seiner Söhne oder ein talentierter Schüler wie Johann Ludwig Krebs in die Tasten griff. Gerade in dieser Periode komponierte Bach seine Cembalo-Konzerte (BWV 1052 bis BWV 1065): drei Konzerte für zwei Cembali, zwei Konzerte für drei und eines für vier sind erhalten und zeigen, dass die Vorliebe für dieses Instrument außerordentlich groß gewesen sein muss. Alle diese Werke sind atypisch für ihre Zeit und einzigartig in ihrem Genre. Man kann aber gut nachvollziehen, dass sie auf ihre Zuhörer und Interpreten großen Eindruck gemacht haben, zumal sich Bachs „Musikerdynastie“ mit seinen Söhnen und einigen Schülern im Bereich „Konzerte für zwei Cembali“ auch späterhin äußerst fruchtbar zeigte. Wenn man sich vorstellt, dass Konzerte für drei oder vier Cembali so großen Eindruck hervorriefen, ist es kaum zu glauben, dass bei etwa 600 Konzerten unter der Ägide von Bach nur drei für zwei Cembali gespielt wurden. Welche Programme wurden also tatsächlich im Café Zimmermann oder am Grimma-Tor aufgeführt? Dem versuchen wir mit unserem Konzert nachzuspüren. Da das berühmte Konzert für vier Cembali das Arrangement eines Konzerts für vier Violinen von Antonio Vivaldi aus seinem L’Estro Loris Barrucand Foto: François Le Guen Clément Geoffroy Foto: François Le Guen 83
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