Tage Alter Musik – Programmheft 2026

noch eine wichtige Figur in der Geschichte des russischen Theaters und symphonischer Musik war der in Böhmen geborene Baron Ernst Wanczura (1746-1802). Von seinen Zeitgenossen wurde er als Abenteurer bezeichnet. Er erlernte die Komposition fast autodidaktisch und machte eine schwindelerregende Karriere vom einfachen Offizier der österreichischen Armee zum Höfling und Günstling von Katharina II. und zum Direktor des kaiserlichen Theaters. Er komponierte sechs Orchestersinfonien, von denen er drei als Trois Sinfonies nationales […] de plusieurs Chansons Russes, Ukrainiennes et Polonoises konzipierte. Die „ukrainische Symphonie“ hat Wanczura mehrmals überarbeitet. In unserem Konzert erklingt sie in ihrer ursprünglichen (nicht erhaltenen) Fassung von 1785, die Pavel Serbin auf Basis späterer Klavierauszüge 2024 rekonstruiert hat. In diesem Werk hat Wanczura kreative Lösungen erarbeitet, um Volksliedelemente sowie deren Harmonik und Rhythmik in die klassische europäische Musikform zu integrieren. Wanczuras Kollege und Freund am Hof war der bedeutende Geigenvirtuose und Komponist Anton Ferdinand Titz (ca. 1755-1810). Sein Vater hatte als Trompeter und Bratschist in der Hofkapelle gedient. Dank seines Talents wurde der junge Titz auf Staatskosten nach Wien geschickt (1776–1781) und erhielt unterricht bei Joseph Haydn. Der Musiker lebte bis zum Ende seiner Tage in St. Petersburg, wo er als erster Geiger der Hofkapelle wirkte. Das Es-Dur Quintett ist in Manuskriptform erhalten geblieben. Auf den „Frühling“ im stimmungsvollen ersten Satz folgt ein ausdrucksstarker zweiter Satz Tage alTer Musik regensburg Konzert 17 Ludwig Franz Karl Bohnstedt, Aquarell (1847) nach Wassili S. Sadownikow, St. Petersburg, Winterpalais mit Anlegestelle, St. Petersburg, Staatliche Eremitage CD: Ensemble Altera Pars – Les Barbares Galantes CD: Ensemble Altera Pars – Ernst Wanczura – Evstignej Fomin CD: Ensemble Altera Pars – Sebastian George – A lifelong journey 113

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