Tage Alter Musik – Programmheft 2026

Tage alTer Musik regensburg Konzert 6 zum Programm: bach und Italien Seit der Renaissance hat Italien Architekten und Künstler jeglicher Art fasziniert. Selbst Johann Sebastian Bach, der vielleicht deutscheste aller Musiker, geriet in den Bann der Kunst aus dem Land jenseits der Alpen. Als Waise und teilweise Autodidakt nahm er alle möglichen Einflüsse auf und entwickelte seine persönliche Musiksprache aus allem, was er gelesen, erforscht, abgeschrieben und analysiert hatte – nicht nur von seinen Zeitgenossen, sondern auch von Musikern der Vergangenheit und aus anderen Ländern. Auf diese Weise formte sich seine ganz persönliche und unverkennbare Sprache, die aus einer Synthese der Musik seiner Zeit bestand und die Musik späterer Epochen nachhaltig beeinflusste. Die italienische Kunst nimmt dabei einen ganz besonderen Platz ein. In der italienischen Kompositionsweise entdeckte Bach zugleich Mäßigung und Überlegenheit, was ihn dazu anregte, sehr ausgefeilte Transkriptionen zu erstellen und dabei seine künstlerischen Impulse zu bändigen: um regelmäßigere Formen zu schaffen, drängte er den in seiner Jugend bevorzugten stylus phantasticus mit seiner unberechenbaren Launenhaftigkeit zurück, ohne ihn aber ganz aufzugeben. Dadurch und dank zusätzlicher Einflüsse aus der französischen Musik entstand jene bewundernswerte Synthese, die für seine Kunst so charakteristisch ist. In den im heutigen Programm präsentierten Transkriptionen, die größtenteils auf die Jahre 1713/14 datiert werden können, zeigt sich Bertrand Cuiller Foto: Marc de Pierrefeu 41

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