Tage alTer Musik regensburg Mai 2026 dellino aus Belgien und dem Vocalconsort Berlin. Er hatte Engagements an De nederlandse Opera und an der Oper in Brüssel. Sein großes Interesse gilt Instrumenten anderer Kulturräume, die er auch bei Auftritten spielt, wie die türkische Laute Kemençe (gestrichene Kastenhalslaute) und das armenische Blasinstrument Duduk (Doppelrohrblattinstrument). Der in Augsburg geborene Bassbariton Micha Matthäus studiert derzeit imMaster Konzertgesang bei Prof. Lars Woldt an der Hochschule für Musik und Theater München. Als gefragter Konzertsänger ist er sowohl national als auch international tätig. 2026 ist er u.a. in renommierten Sälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Palau de la Música Catalana Barcelona und der Isarphilharmonie München zu erleben. Im Dezember 2025 sang er Bachs Weihnachtsoratoriummit dem Orchester Il Gardellino unter der Leitung von Christoph Prégardien; 2026 debütiert er bei den Europäischen Wochen Passau. Er wirkte auch bei Opernaufführungen mit wie in Mozarts Don Giovanni (Leporello), Le nozze de Figaro (Figaro), Giacomo Puccinis Gianni Schicchi (Betto) und Händels Semele. Als Konzertsänger verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Johanna Soller. unter ihrer Leitung sang er u.a. den Pilatus in Bachs Johannes-Passion sowie den Evangelisten in Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte. Von 2018 bis 2020 war er Mitglied der Bayerischen Singakademie. Er ist Stipendiat der Yehudi-Menuhin-Stiftung Live Music now. zum Programm: Johann Sebastian bach – Passionsoratorium bWV Anh. 169, rekonstruiert und vervollständigt von Alexander Grychtolik ein aufgegebenes Passionsprojekt von J. S. bach? Seit fast 150 Jahren ist ein rätselhaftes Passionslibretto Gegenstand der Bach-Forschung, das Christian Friedrich Henrici (genannt Picander) 1725 in seiner Sammlung Erbaulicher Gedancken über und auf die gewöhnlichen Sonn- und Fest-Tage veröffentlichte. nachdem der BachBiograf Philipp Spitta diese Dichtung irrtümlicherweise für ein 1725 aufgeführtes und verschollenes Passionswerk Johann Sebastian Bachs hielt, wurde von der neueren Bach-Forschung der Musikdirektor der Leipziger neukirche, Georg Balthasar Schott, als möglicher Auftraggeber des Textes ins Spiel gebracht. Leider fehlen dazu bisher konkretere Hinweise, zumal sich von Schott nur wenige Werke erhalten haben. Sicher ist zumindest, dass Picander Ausschnitte dieses Librettos in die vermutlich 1727 erstmals aufgeführte Matthäuspassion (BWV 244.1) übernahm. Im Bach-Werke-Verzeichnis wird dieses Passionsoratorium deswegen als Werk ohne geklärte Zuschreibung aufgeführt. Erwiesen ist, dass Bach kurz vor Ostern 1725 den gerade im Entstehen befindlichen Choralkantatenjahrgang abgebrochen und am Karfreitag die im Vorjahr erstmals erklungene Johannespassion in ihrer zweiten Fassung (BWV 245.2) aufgeführt hat, was schon länger als „notlösung“ angesehen wird. Auch wenn die verbreitete Erklärung hierfür stimmen sollte, dass der ursprünglich vorgesehene Textdichter ausgefallen war, bleibt festzustellen, dass Bach in den musiklosen sechs Wochen der Vorosterzeit, gemessen an seinem kompositorischen Arbeitspensum (eine neue Choralkantate pro Woche), genügend Zeit hatte, um eine neue Passion zu komponieren, statt sein Leipziger Erstlingswerk mit wenigen Modifikationen erneut darzubieten. Titelseite von Picanders Passionslibretto (Forschungsbibliothek Gotha) Letzte Seite von Picanders Passionslibretto (Forschungsbibliothek Gotha) 48
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