zum Programm: „Jubel“ – Werke von Felix Mendelssohn bartholdy und Carl Maria von Weber Anlässlich des 200. Todestages Carl Maria von Webers (1786–1826) stehen heuer gleich zwei seiner Werke im Mittelpunkt des Eröffnungskonzerts der 41. Tage Alter Musik 2026. Die Regensburger Domspatzen und Musica Florea Prag präsentieren die sog. „Jubelmesse“ in G-Dur; außerdem können sich die Zuhörer:innen auf Webers beliebtes Klarinettenkonzert in f-Moll sowie Psalm 115 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) freuen. Mit der musikalischen umsetzung von Psalmversen hatte sich Mendelssohn Bartholdy bereits seit Beginn der 1820er Jahre während seines Kompositionsunterrichts bei Carl Friedrich Zelter auseinandergesetzt. Die Komposition des 115. Psalms „Non nobis Domine“ / „Nicht unserm Namen, Herr“ op. 31 bildete wenige Jahre später den Auftakt zu einer Reihe von großbesetzten Psalmvertonungen für Solostimmen, Chor und Orchester, die Mendelssohns Ruf als Komponisten geistlicher Musik bereits zu Lebzeiten festigten. Zu dieser Gruppe zählen außerdem Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“ op. 42, Psalm 95 „Kommt lasst uns anbeten“ op. 46, Psalm 98 „Singet dem Herrn“ op. 91 und Psalm 114 „Da Israel aus Ägypten zog“ op. 51. Die Titel dieser Werke lassen unschwer erkennen, dass Mendelssohn nur Psalm 115 ursprünglich den lateinischen Text der Vulgata (dort Psalm 113) zugrunde legte, während er später ausschließlich entweder Übersetzungen Luthers verwendete oder sich an ihnen orientierte. nach der Wiederaufführung von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion unter der Leitung Mendelssohns im März 1829 hatte sich dieser imApril des Jahres auf seine erste Reise nach England begeben, wo man ihm in London freien Zutritt zumHandschriftenfundus des British Museum, darin zahlreiche Werke Georg Friedrich Händels, gewährte. nach Rücksprache mit Zelter fertigte er im Herbst 1829 eine Kopie der Partitur des von ihm offensichtlich sehr geschätzten Dixit Dominus für Soli, fünfstimmigen Chor und Orchester HWV 232 (Psalm 110) Händels an, das ihn zur Vertonung des „Non nobis Domine“ inspiriert haben dürfte. Einige Skizzen zum Eingangssatz entstanden tatsächlich zeitnah noch vor der Rückkehr nach Berlin Anfang Dezember. Eine erste Fassung des 115. Psalms mit lateinischem Text schloss er während seines Italien-Aufenthaltes Mitte november 1830 in Rom ab, um seiner Schwester Fanny die Partitur nachträglich als Geburtstagsgeschenk zum 14. november überreichen zu können. uraufgeführt wurde das Werk knapp vier Jahre später am 19. november 1834 in Frankfurt am Main mit dem dortigen Cäcilienverein unter der Leitung von Johann nikolaus Schelble. Erst im folgenden Jahr entschloss sich Mendelssohn zur Veröffentlichung seiner ersten größeren Psalmkomposition bei Simrock in Bonn, unterzog diese aber zuvor einer gründlichen Revision. Auf Wunsch des Verlages unterlegte er dem lateinischen Text nun auch eine eigene deutsche Übersetzung. Partitur und Klavierauszug erschienen schließlich im Oktober 1835, übrigens im gleichen Jahr wie Webers Jubelmesse. Diese zweite Fassung erklang erstmals mit Orchester im Februar 1838 unter Mendelssohns Leitung in einem Konzert, in dem auch Psalm 42 zur uraufführung gelangte. Der Text besteht aus von Mendelssohn selbst ausgewählten Versen des Psalms 115, wobei er auf die Vertonung der Verse 4 bis 8 sowie 15 und 16 verzichtete und am Ende des Schlusssatzes noch einmal auf die Verse 1 und 2 zurückgriff. In dem viersätzigen Werk umschließen zwei Chöre mit den Versen 1–3 (nr. 1, Vs. 3 nur im deutschen Text) bzw. 17–18 (nr. 4) einen überwiegend lyrischen Mittelteil, bestehend aus einem Duett Sopran/Tenor mit Chor (nr. 3, Vs. 9–13), das attacca in ein Arioso des Baritons übergeht (nr. 4, Vs. 14). Mit dem oben erwähnten Dixit Dominus Händels verbindet Mendelssohns Opus 31 etwa die Wahl der Tonika g-Moll, die Kombination von Fugatotechnik und choralähnlicher Motivik, bei Mendelssohn vor allem in nr. 1, der Rückgriff auf den Beginn eines Satzes an dessen Ende (hier ebenfalls in nr. 1) sowie die Verwendung von Grave-Einleitungen (hier in nr. 4). Bei Letzterer dürfte es sich wohl um eine der bemerkenswertesten Passagen des gesamten Werkes handeln: nach dem äußerst zurückgenommenen Pianissimo-Schluss der vorausgehenden nummer verkündet der nun achtstimmige Chor a cappella im Forte „Die Toten werden dich nicht loben, o Herr“, bevor der Satz mit der textlichen Wiederholung der Anfangsverse zwar im Tutti, aber dennoch verhalten und piano schließt. Carl Maria von Weber ist uns heute vor allem als Komponist deutschsprachiger Opern wie Der Freischütz, aber auch von Konzerten für Klavier, Klarinette oder Fagott bekannt. Darüber hinaus wirkte er als Dirigent, Musikkritiker und als Konzertpianist. nachAnstellungen in Breslau (1804–1806) und Stuttgart (1807–1810) führte ihn seine Konzerttätigkeit in den südwestdeutschen Raum und nach Süddeutschland, wo er am 14. März 1811 in München eintraf. nur fünf Tage nach seiner Ankunft erhielt Weber mit Hilfe diverser Empfehlungsschreiben am 19. März in einer ersten Audienz bei Königin Karoline Friederike Wilhelmine die Erlaubnis zur Veranstaltung eines Konzerts am Hof. Im Rahmen dieses Konzertes am 5. April des Jahres spielte die Hofkapelle unter der Leitung von Ferdinand Fränzl nicht nur eine Sinfonie und ein Klavierkonzert Webers, sondern auch das für den renommierten Hofklarinettisten Heinrich Joseph Baermann (1784–1847) komponierte Concertino für Klarinette und Orchester in Es-Dur op. 26. Aufgrund des großen Erfolges der Veranstaltung gab König Maximilian I. bei Weber weitere Konzerte in Auftrag, darunter die beiden Klarinettenkonzerte in f-Moll und Es-Dur. Carl Maria von Weber, 1832 von Caroline Bardua (1781-1864) Tage alTer Musik regensburg Mai 2026 10
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