Tage Alter Musik – Programmheft 2026

Tage alTer Musik regensburg Mai 2026 1. Die singenden Engel: Diese flankieren die Gottheit in Dreiergruppen auf jeder Seite und singen aus notenblättern. Barborá Kabatková wird in ihrem Beitrag (siehe unten) auf die Aspekte der Vokalmusik eingehen. 2. Die Engel, die die „Bassa cappella“ bilden: Sie spielen die leisen Saiteninstrumente wie Psalter, Tromba marina, Laute, Harfe, Fidel und das Organetto. 3. Die Engel der lauten Blasinstrumente – die „Alta cappella“: Auf der linken Tafel Trompette de menestrel und Schalmei, beides Blasinstrumente mit melodischer Funktion und auf der rechten Tafel: die Busine (eine ziemlich kurze, gerade Trompete) und die Clareta (eine gewundene Trompete mit fast doppelter Rohrlänge im Vergleich zur Busine), die verwendet wurde, um natürliche Obertöne in fanfarenartigen Werken zu spielen. Diese drei „Kategorien“ von Engeln sangen oder spielten im Grunde genommen jeweils in ihrer eigenen Welt, obwohl diese verschiedenen Klangwelten für bestimmte festliche Gottesdienste und Prozessionen kombiniert werden konnten. Gemeinsame Auftritte von Sängern zusammen mit einer Alta capella wurden erst zum Ende des 15. Jahrhunderts üblich. Der Musikwissenschaftler Keith Polk fand in den Rechnungen der Brügger Bruderschaft „unserer Lieben Frau vom Schnee“, zu der Memling gehörte, Hinweise darauf, dass 1470 „Musiker oder Spielleute dieser Stadt“ für die Begleitung der Vesper und für die Aufführung des Salve (der Salve Regina-Andacht) bezahlt wurden. Die lieblich klingende Bassa cappella-Besetzung kann man in verschiedenen Instrumentalstücken wie Jacob Obrechts Den haghel ende die calde snee oder in der improvisierten Begleitung der Sequenz Ave mundi spes Maria hören. Der Tanz war wahrscheinlich die führende gesellschaftliche unterhaltung im späten 15. Jahrhundert sowohl in bürgerlichen als auch in höfischen Kreisen (ein solcher Hof war der des Herzogs von Burgund, der sich häufig in Brügge aufhielt). In unserer Aufführung des Basse danse Danse de Cleves aus dem Manuskript, das in der Königlichen Bibliothek in Brüssel aufbewahrt wird, kombinieren HAnS MeMLInGS „enGeLSKonzert“ 1483 Gonzalo de Cabredo, Prior des Benediktinerklosters Santa Maria la Real in nájera, Spanien, gibt Hans Memling ein Altarbild in Auftrag. Das Atelier des Malers befindet sich in Brügge. 1494 nach 11 Jahren ist es soweit. Das Altarbild wird in der Abteikirche aufgestellt. Es ist ein Polyptychon. Das Herzstück ist eine lebensgroße Himmelfahrt Mariens. Ganz oben hängt „Gottvater mit singenden und musizierenden Engeln“. 1692 nach fast 200 Jahren entscheidet sich die Abtei für einen neuen barocken Altaraufsatz. Memlings Altarbild wird abgebaut. 1795 Gaspard de Jovellanos besucht das Kloster. An verschiedenen Orten findet er Gemälde von Hans Memling. Er beschreibt sie in seinem Tagebuch, auch „Gottvater und seine Engel“. Bis heute ist dies der einzige Beweis dafür, dass die drei Tafeln Teil eines Polyptychons waren. Die anderen Gemälde sind verschwunden. 1886 Der Kunst- und Antiquitätenhändler Rafael V. Sánchez, auch bekannt als Rafael García, kauft dem Pastor die drei Tafeln für 3.000 Peseten ab. Wo die anderen sind, ist ein Rätsel. 1888 Rafael García verkauft die drei Tafeln. 1889 Die drei Tafeln hängen in Paris, in der Galerie des Kunsthändlers Charles Stein. Er versucht die Tafeln an das Museum der Schönen Künste in Brüssel zu verkaufen. Dies könnte von Stéphan Bourgeois in Auftrag gegeben worden sein, der wahrscheinlich der Eigentümer war. Das Museum lehnt ab, weil der Preis zu hoch ist. 1895 Das Brüsseler Museum ist nun doch bereit, das Werk zu kaufen. Der Minister lehnt einen zusätzlichen Kredit ab. Schließlich kauft das Antwerpener Museum die Werke für 240.000 Franken. (Heute ca. 1,5 Millionen Euro) 2001 Die Restaurierung beginnt. 2009 Die Gemälde werden der Liste der Meisterwerke hinzugefügt. 2017 nach 16 Jahren endet der Restaurierungsprozess. Quelle: Königliches Museum der Schönen Künste Antwerpen Tafel links: Die Engel spielen von links Psalterium, Tromba marina, Laute, Trompette de menestrel und Schalmei 58

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