Der französische Bassist Geoffroy buffière (*1977, Sainte-Foy-les-Lyon) studierte an der Maîtrise de notre-Dame de Paris, am CRR de Paris in der Alte-Musik-Klasse von Howard Crook und Kenneth Weiss sowie am CnIPAL Marseille. Sein Repertoire reicht von mittelalterlicher und Renaissance-Polyphonie bis zu zeitgenössischer Musik. Er arbeitet regelmäßig mit Ensembles wie Clément Janequin, Huelgas, Intercontemporain, Correspondances, Le Concert Spirituel, Le Poème Harmonique, Pygmalion und Accentus zusammen. Im Barockfach ist er ein gefragter Solist und wird häufig von Dirigenten wie Hervé niquet, William Christie, Emmanuelle Haïm, Rinaldo Alessandrini, Masaaki Suzuki und Vincent Dumestre eingeladen. Auf der Opernbühne interpretierte er u. a. Rollen in Werken von Charpentier, Lully, Campra, Monteverdi, Berlioz, Debussy, Wagner, Puccini und Rota an Häusern wie der Opéra Comique, dem Opéra Grand Avignon, dem Capitole de Toulouse, der Opéra de Massy und der BAM in new York. Auch im Konzertbereich ist er vielseitig präsent: Er übernahm u. a. die Basspartie in Monteverdis Marienvesper bei den BBC Proms, sang an der Seite von Anne-Sofie von Otter in Kurt Weills Die sieben Todsünden und wirkte in Schumanns Manfred unter Emmanuel Krivine an der Opéra Comique mit. zum Programm: Marc-Antoine Charpentier (1643–1704) „Auprès du feu l’on fait l’amour“ – Airs sérieux et air à boire pour voix et basse continue In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren airs das bevorzugte Repertoire bei aristokratischen und bürgerlichen Zusammenkünften in den sogenannten Salons, bei denen zu besonderen Anlässen Musik, Lesungen und literarische Scharaden stattfanden. Die Kompositionen, manchmal auch Improvisationen wurden dabei von professionellen Interpreten, aber auch von Amateuren gespielt, wobei die unterscheidung zwischen diesen beiden Kategorien nicht so eindeutig war wie heute. Das gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Mode gekommene Air de Cour (höfisches Lied) war ein kurzes monodisches oder polyphones Stück mit Lautenbegleitung. Gespielt wurden nicht nur Tanz- und Trinklieder, heitere Chansons, sondern auch galante airs, Lieder, die im Zuge des literarischen Manierismus, der damals florierte, den größten Teil des Repertoires ausmachten. um 1650 wurde das Air de Cour vom Air sérieux abgelöst, in dem sich die Solostimme, unterstützt von einem Basso continuo, durchsetzte; dabei überließ die Laute ihren Platz häufig dem Cembalo. Formal sind keine grundNeuentdecktes Porträt, das angeblich Charpentier darstellen könnte (Fälschung bisher noch nicht ausgeschlossen, Papier um 1750) Tage alTer Musik regensburg Mai 2026 Claire Lefilliâtre mit dem Ensemble Stylus Phantasticus 2018 bei den TAM im Reichssaal Foto: Hanno Meier RÜCK 2018 BLICK 66
RkJQdWJsaXNoZXIy OTM2NTI=