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Konzert 6

Samstag, 30. Mai 2020, 19.30 (!)
Dreieinigkeitskirche, Am Ölberg 1

SOLOMON'S KNOT (Großbritannien)
Johann Sebastian Bach

Vokalisten:
Zoë Brookshaw, Clare Lloyd-Griffiths  Sopran
Kate Symonds-Joy, James Laing  Alt
Thomas Herford, Ruairi Bowen  Tenor
Alex Ashworth, Jonathan Sells  Bass

Instrumentalisten:
Agata Darashkaite (Konzertmeisterin), Louise Ayrton  Violine I
Guy Button, Magda Loth-Hill  Violine II
Joanne Miller, Elitsa Bogdanova  Viola
Jonathan Rees  Violoncello
Jan Zahourek  Kontrabass
Eva Caballero, Marta Gonçalves  Traversflöte
Shai Kribus, Robert de Bree  Oboe, Oboe d'amore
Inga Maria Klauke  Fagott
Russell Gilmour, William Russell, Gareth Hoddinott  Trompete
Rosemary Toll  Pauke
Kathryn Zevenbergen, Anna Drysdale  Naturhorn
Chad Kelly  Cembalo, Orgel

J. S. Bach (1685-1750) - Vorfreude auf das Weihnachtsoratorium - Weltliche Kantaten



Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten! BWV 214
Lasst uns sorgen, lasst uns wachen (Herkules auf dem Scheidewege) BWV 213
Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen BWV 215

August III., Kurfürst von
Sachsen und König von
Polen, Porträt von Louis
de Silvestre (1675-1760)

Zwei Geburtstagskantaten (BWV 213 und BWV 214) für Mitglieder des sächsischen Kurfürstenhauses und eine Huldigungskantate (BWV 215) für August III., Kurfürst von Sachsen und Polen, stehen auf dem Konzertprogramm, das mit dem ungewöhnlich anmutenden Titel „Vorfreude auf das Weihnachtsoratorium" überschrieben ist.
Die Kantaten (von 1733) sind heute kaum mit ihren Originaltexten und in ihrer Originalgestalt bekannt - ihre Musik aber schon, denn diese verwertete Bach mit neuem, angepasstem Text ausgiebig in den Kantaten seines später zusammengestellten Weihnachtsoratoriums (1734). Die Überlegung liegt nahe, dass sich Bach damals bereits mit dem Gedanken einer weihnachtlichen Festmusik trug und daher bei seinen Glückwunschkantaten das Weihnachtsoratorium gleichsam „mitkomponierte".



Gerard / Gerrit Dou (1613-1675):
Der Trompeter

Musik gebraucht - Text neu. Nach diesem sogenannten Parodieverfahren (im Barock eine gängige Praxis) hat Bach mehr als 20 Stücke - Arien, Chöre, Rezitative - des Weihnachtsoratoriums kreiert. Vielleicht stand dahinter der Gedanke: So kann ich die Musik für die Nachwelt retten. Denn wer führt schon eine Geburtstagskantate zweimal auf, und wen interessiert es, was für den früheren Herrscher und seine Gattin geschrieben worden ist? Aber dadurch, dass man geistliche Musik daraus macht, lebt sie weiter. Aber vielleicht gab es ja auch ganz profane Gründe für die Bachsche Lust, die eigenen Stücke zu recyclen: schlichte Zeitnot nämlich. Als Musikdirektor der Stadt Leipzig und gleichzeitig Hofkompositeur des Sachsenkönigs in Dresden hatte Bach schon alle Hände voll zu tun, und da war auch noch die Kirchenmusik in Leipzig: Jeden Sonntag strömten rund 2000 Besucher in die Thomaskirche - in froher Erwartung einer neuen Kantate.
So bietet dieses Konzertprogramm eine interessante und spannende Wiederbegegnung mit dem kompositorischen „Ausgangsmaterial" des vertrauten Weihnachtsoratoriums und einen staunenswerten Einblick in Bachs Kompositionswerkstatt.

Solomon's Knot Vokalisten

Das exquisite Londoner Vokal- und Instrumentalensemble Solomon's Knot gastiert nach 2016 (Thomas Linley: „Lyrische Ode") und 2017 zum dritten Mal in Regensburg. 2017 gab es für die Aufführung von Händels „Messias" beim Publikum wahre Begeisterungsstürme und stehende Ovationen. Die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Doch was „Solomon's Knot" an dramatischer Spannung, tänzerischer Eleganz und emotionalen Farben aus dem ehrwürdigen Oratorium herausholte, war unerhört im wahrsten Sinne: Wie Intimität und Transparenz hier jeden Pomp überflüssig machten, wie sich das Heilsgeschehen als fesselnde Erzählung verlebendigte, dazu noch komplett auswendig vorgetragen - das riss die Zuhörer am Ende buchstäblich von den Sitzen."
Nun darf man sehr gespannt sein auf die Interpretation Bach'scher Kantatenmusik durch Solomon's Knot.

Gottfried Reiche (1667-1734),
Porträt von Elias Gottlob
Haußmann, 1726

Übrigens: Eine Folge der Uraufführung der Huldigungskantate „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen" wird auch vom Chronisten der Stadt Leipzig mit dem Tod des bedeutenden Trompetensolisten Gottfried Reiche in Verbindung gebracht, der am Tag nach den Feierlichkeiten auf der Straße zusammenbrach, was seine Zeitgenossen auf „des Blasens große strapazzen" am Vortage „bey der Königlichen Musique" zurückführten.









Ausführliches Konzertprogramm

Konzertdauer: ca. 110 Minuten plus Pause
Bitte beachten Sie den vorgezogenen Konzertbeginn!

Webseite der Interpreten:
Solomon's Knot


Konzerteinführung: Dr. Michael Wackerbauer, 18.15 Uhr, Vortragsraum „Bonhoeffersaal", Evangelisches Bildungswerk Regensburg e.V., Am Ölberg 2, direkt gegenüber dem Haupteingang der Dreieinigkeitskirche
Eintritt frei!